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Und nun?

Ich war da, bei besagtem Abiball, auf den ich eigentlich gar nicht wollte. Und im Nachhinein war es eigentlich ganz gut.

Ich habe zwei Flaschen Wein gekauft - für insgesamt sechs Euro. Billiger, trockener Rotwein. Abendgestaltung in flüssiger Form. Abgestumpft bis zum Gehtnichtmehr. Im präbetrunkenem Zustand bzw. auf dem Weg dorthin finde ich diese Art ganz nett, am Morgen danach hasse ich mich selbst. Nichts weniger als das.

Diese zwei Flaschen wanderten in eine billige Plastiktüte und diese wurde von meinen Fingern umschlungen wie ein Beutesack, den man auf keinen Fall vergessen möchte. Ich war ein paar Tage vorher beim Friseur und war mit dem Ergebnis irgendwie zufriedener als sonst. Das Jackett und das darunter sitzende grüngelbe T-Shirt machten das ganze irgendwie lässig. Ich weiß auch nicht wieso. Die Chucks zur schwarzen Hose fand ich auch recht schön. Um es auf einen Punkt zu bringen: Ich fand meine Kleidung an diesem Abend irgendwie gut - und ich weiß dass Eigenlob stinkt. Und so kreuzte ich im Restaurant auf und schockierte alle mit meinem Fleisch- und Fischverzicht, von dem natürlich kaum jemand was weiß, denn ich hausiere nicht mit sowas. Ich bestellte mir also etwas Vegetarisches und trank ein Weizen. Der Abend begann recht nett. Ich war leicht angerauscht, als ich auf der Toilette ein paar Dosen Deo entdeckte und mich mindestens eine Minute fragte, ob man sie als Raumspray dort hingestellt hatte. Im Restaurant war es noch wirklich lustig. Die Plastiktüte lag unter dem Tisch und wartete auf mich.

Beim "Vorsaufen" angekommen zog es mich gleich wieder aufs Klo. Bier geht bei mir irgendwie durch. Ich holte meinen Wein aus der Tüte und fragte lautstark nach einem Öffner, um im nächsten Moment gesagt zu bekommen, dass die Flasche einen Schraubverschluss hat. Ich mag gar nicht so laut und präsent sein, doch es kam einfach aus mir heraus. Im nächsten Moment nahm ich mir vor, mich für den Rest des Abends ruhiger zu verhalten, aber es wollte mir einfach nicht gelingen. Ich blieb also "halblaut" und schenkte mir den Wein ein. Wir redeten über alte Zeiten und alles mögliche. Wir redeten und zwischen den Worten trank ich immer mal wieder ein Glas. Als die Flasche fast leer war, wollte ich sie unbedingt auch ganz auftrinken. Zielsetzung ist bei sowas scheinbar möglich, doch ich weiß nicht wofür sie gut ist. Rausch?

Wir machten noch ein Gruppenfoto mit allen Leuten. Insgesamt mögen es vielleicht 20 Leute gewesen sein. Eine alte Bekannte war auch noch da, aber sie saß auf einem Sofa fernab von mir. Ich schaute nur ein paar Mal zu ihr rüber und war ziemlich...nennen wir es mal "fasziniert" von ihr. Wir gingen schließlich zum Abiball bzw. alle wurden gefahren. Ich und drei weitere Bekannte gingen zu Fuß. Es regnete nicht und es war temperaturmäßig recht angenehm. Ich hatte bereits die zweite Flasche Wein aufgemacht und trank aus der Flasche. Hier wird meine Erinnerung auch etwas lückenhaft. Zwar weiß ich noch das meiste, aber einige Momente sind mir irgendwie entfallen. Wir gingen durch die fast leere Stadt und die Lichter brannten in meinem betrunkenen Blick. Ich schmiss die Flasche irgendwann weg und begriff, dass ich recht viel Wein getrunken hatte. Der Zeitpunkt war natürlich zu spät. Wir kamen schließlich an und der Türsteher malte mir ein rotes Kreuz auf mein Handgelenk. Acht Euro Eintritt für eine so kurze Zeit, aber ich trank dort scheinbar nichts mehr. Der ganze Abend sollte mich 25€ kosten.

Der ganze Saal war voll von alten Lehrern, neuen Schülern und Eltern. Ich ging quasi ständig in der Runde und sah immer mehr alte Gesichter. Meine alte Biolehrerin sah ich auch. Ich hätte gern ein paar Worte gewechselt, aber zu dem Zeitpunkt war mir irgendwie nicht danach. Ich spürte den Alkohol und mir war nicht besonders gut. Ich winkte nur mit der Hand, sagte nichts und ging weiter. So ging ich also immer weiter und führte ein paar winzige Gespräche. Meine Artikulationsfähigkeit war scheinbar noch recht stabil - zumindest erzählt man mir das, denn so genau weiß ich es auch nicht mehr. Ich ging aufs Klo und legte danach zwei Euro in dieses "Eintrittsgefäß", dass immer vor den Toiletten auf meist viel zu niedrigen Tischen steht, obwohl niemand vor der Klotür saß. Ein sehr komische Aktion. Irgendwann bemerkte ich die aufsteigende Übelkeit in mir und ging nach draußen. Meine Mutter klang verschlafen, ich schaute auf die Uhr, sie zeigte auf die Eins. "In zwanzig Minuten bin ich da", sagte sie mit einer leicht angenervten Stimme.

Ich ging wieder hinein und - plötzlich befand ich mich im Gespräch mit der "alten Bekannten", die ich vorher nur kurz auf dem Sofa habe sitzen sehen. Wir redeten über alte Zeiten und ich sagte ihr ständig, wie gut sie doch aussieht - und sie tat es wirklich: "Bezaubernd" würde es gut umschreiben. Zu Weihnachten habe ich schon einmal mit ihr geredet und ein paar Tage später schrieb sie mir eine Nachricht in einem dieser "Social Networks". Der Inhalt war eigentlich nur "Frohe Weihnachten" und ein paar andere Grüße, doch ich war recht überrascht von dieser Nachricht. Wir schrieben danach eine Woche oder zwei und ich ließ es im Sand verlaufen, obwohl ich selbst nicht mehr weiß wieso. Über ihre Nachricht haben wir auch geredet, doch ich weiß nicht mehr so genau, was sie darauf geantwortet hat.

Irgendwann muss ich ihr wohl gesagt haben, dass ich sie gerne mal treffen würde oder soetwas ähnliches. Ich fand sie damals in der Oberstufe schon sehr sympathisch, aber ich weiß selbst nicht, warum ich ihr das eigentlich gesagt habe. Sie schien irgendwie...nennen wir es mal "nicht geschockt" und ich durfte weiter mit ihr reden. Wir redeten auch über ihren Freund, aber auch hier fehlen mir ein paar Erinnerungen. Während wir so redeten und es wirklich schön war, wartete draußen natürlich meine Mutter, denn die zwanzig Minuten waren längst vorbei. Ich nahm das Handgelenk dieser alten Bekannten in meine Hand, schaute auf ihre Uhr und stellte fest, dass es Zeit war. Als ich ging war ich irgendwie hin- und hergerissen. In meinem Kopf liefen ein paar Sätze, als ich die Tür öffnete und in den leichten Nieselregen trat: "Ok, wir haben geredet. Worüber eigentlich? Über "uns beide"? Oh verdammt ich habe sie bestimmt zugetextet und jetzt möchte sie mich nicht mehr wiedersehen."

Am nächsten Abend entschied ich, mich quasi bei ihr zu entschuldigen, für meine sentimentale Art und mein Gerede, denn ich dachte, dass ich sie teilweise ziemlich genervt hätte. Ich schrieb ihr eine private Nachricht und seitdem schreiben wir uns wieder. Wird es wieder im Sand verlaufen? Ich habe Angst, soviel weiß ich.
30.6.11 02:06
 


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