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Schön.

Lichtstrahlen fallen durch die durch und durch grünen Sträucher, an denen die Holunderbeeren zu Dutzenden hängen, reifen und in absehbarer Zeit fallen werden, wenn sie vorher nicht von irgendwelchen Vögeln gefressen werden, was in Anbetracht der Menge an Beeren, die sich in den letzten drei Wochen nicht sonderlich verringert hat, schwer vorstellbar ist. Fressen Vögel diese Beeren eigentlich oder fallen sie einfach zu Boden um dort ungesehen zu verrotten?

Wieder sehe ich diese einzelnen Lichtstrahlen, doch dieses Mal durchqueren sie kein grünädriges Blattwerk, sondern leicht gelblich aussehenden Urin. Eine kleine Pfütze ensteht an dem Platz, wo noch vor ein paar Stunden die Betonplatten lagen, dieses unbewachsene Stück Erde, das die letzten zehn Jahre kein Licht gesehen hat.

Ich war die letzten drei Wochen zu Hause und habe gearbeitet, um es mal grob zu beschreiben. Mein Vater und ich haben uns gestritten, natürlich, doch es lief eigentlich ganz gut. Ich glaube der Streit gehört einfach dazu, denn ich kann mein permanentes Gelaber kaum unterdrücken. Und wenn man dann teilweise nur herumsteht, seinem Vater bei irgendwelchen Dingen über die Schulter schaut und das Hirn nicht unterdrücken kann, muss man zwangsläufig seinen geistigen Abfall durch den Schornstein namens Mund in die Welt schallen.

Vor diesen drei Wochen gab es ja besagte mündliche Prüfung, zu der ich mit hämmerndem Herz gegangen bin. Das "Gespräch" lief ziemlich gut, teilweise war es sogar witzig und nach einer halben Stunde war es dann auch vorbei. Ich wunderte mich noch über mein bzw. das allgemeine Empfinden von Zeit, als der Prof schon auf die Note zu sprechen kam: "1,0" erklang in einem der Sätze und ich konnte ein Grinsen nicht unterdrücken. Jetzt muss ich nur noch drei Hausarbeiten schreiben und das Semester wär dann auch abgeschlossen.

Ein paar Tage zuvor war "Sie" hier, in diesem Zimmer. Wir haben gekocht. Die Auflaufform war, als sie ging, immer noch zu 3/4 voll. Ich habe irgendwie kaum Hunger wenn sie bei mir ist. Mittlerweile sind wir "zusammen". Ich dachte immer, dass ich so einen Ausdruck nie verwenden würde, doch es ist einfach nicht anders zu umschreiben. In der letzten Zeit waren wir Schwimmen, sind mit dem Rad herumgefahren, waren Spazieren, sind ins Restaurant gegangen und all solche Dinge. Es ist wirklich wunderschön, doch gerade jetzt, 100 Kilometer weit weg von ihr, vermisse ich sie wieder so sehr, dass es schon weh tut. Und gerade jetzt weiß ich, dass ich vor einem halben Jahr noch über mich selbst und solche "Allerweltsworte" gelacht hätte. Es ist so komisch, dass ich, wenn sie bei mir ist, wirklich glücklich bin - und ich lasse die Anführungszeichen jetzt wirklich weg. Ich fühle mich wirklich geborgen, gewollt und verstanden bei ihr - und ich hätte nie gedacht, dass es mal so sein könnte. Schon komisch, wie sehr sich der "Blick in die Zukunft" ändern kann.

Ist das jetzt wirklich die "gute Seite des Lebens"? Ist es das wirklich? So langsam bekommen die Liebeslieder und Schnulzenfilme, all die sonst belächelten Aktionen von Mitmenschen irgendwie einen gewissen Sinn oder eine Art "Berechtigung". Vor ein paar Monaten hätte ich hinter all diesen Dingen nicht die geringste Existenzberechtigung gesehen. Als ob sich die ganze Leere des Gefäßes namens Leben plötzlich mit einem wunderschönen Gefühl von Sinnhaftigkeit füllen würde. Ich habe manchmal wirklich Angst aufzuwachen - dass all das nur ein schöner Traum gewesen wär. In so einem Fall würde ich alles daran setzen, wieder in diesen Traum einzusteigen.

Am Wochenende werde ich wohl wieder nach Hause fahren und sie wiedersehen. Dieses Gefühl von Geborgenheit, bis in die Haarspitzen gespannte Entspannung und ein federnder Herzschlag, der nur von kleinen Klopfern unterbrochen wird, ist so schön, dass ich zugeben muss: Es gibt doch ein paar schöne Seiten am Leben.
24.8.11 03:35


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Druckstellen an meinen Armen, Eindrücke des mit Plastik umschlossenen Drahts, der in Korkenzieherbahnen das Papier umschlingt. Mit meiner rechten Hand schreibe ich seit ein paar Stunden stumpf Powerpointpräsentationen ab. So lerne ich, bzw. versuche es bzw. hoffe, dass ich es schaffe. Morgen früh werde ich wieder in den Betonklotz spazieren und das gleiche tun. Vielleicht lese ich noch den Rest von "Der Spieler", aber ansonsten wollte ich mich eigentlich zusammenreißen. In gewissen Momenten bricht dann doch dieses Grinsen durch und ich denke an Sie, während ich gleichzeitig extrem genervt bin, dass wir uns nicht sehen können. Hin- und Hergerissen rutscht meine Hand wieder über das Papier und die Gedanken werden wieder zielgerichtet, fokussiert.

Ihr Freund hat mich heute angeschrieben - über ihren Namen. Er wollte mit mir "von Mann zu Mann" reden, aber nicht über einen "Chat", sondern in der Realität, doch ich ich musste ihn leider enttäuschen. Was soll man zu solchen "Ereignissen" sagen? Es würde einfach zu nichts führen. Es tut mir ja wirklich leid für ihn, aber ich kann irgendwie nicht anders. Er sagte mir, dass wenn ich für sie nichts fühlen würde, ich sie doch in Ruhe lassen solle. Doch in mir herrscht schon ein ziemlich schönes Gefühl.


Wir sind heute Essen gegangen. Nein, nicht mit "ihr", sondern mit ein paar Freunden. Falafel und Hummus, zwar teuer aber doch ziemlich lecker. Eigentlich war nur das Restaurant so teuer, aber das haben wir erst beim Betrachten der Speisekarte und beim ersten Auftischen bemerkt. Die Stadt war für einen Donnerstagabend noch ziemlich voll, was vielleicht auch an den Sommerferien liegt. Hunderte kleiner Individuen, die sich im Schein der Individualität sonnen.

8.7.11 01:59


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