Startseite
  Über...
  Archiv
  Musik
  Gästebuch
  Kontakt
  Abonnieren
 


 
Letztes Feedback


http://myblog.de/wieesist

Gratis bloggen bei
myblog.de





 
Schwarzer Regenbogen

Schwarz, kohlensäurehaltig, die Geschmacksnerven zerprickelnd, auf der Zunge tanzend; am liebsten ziehe ich es mit hohem Druck zwischen dem unteren Teil meiner Oberlippe und dem Glas ein, während die Bläschen an meinem Gaumen kollabieren und meine Augen nur die Schwärze des geschlossenen Zustands erfassen oder das kaleidoskopartige Bild des neuneckigen Glases aufnehmen - Cola trinkend sitze ich vor diesem txt-Dokument, in dem ich einst die Preise für alle Led Zeppelin-Alben zusammengerechnet habe und nebenbei noch zwei Nine Inch Nails-Alben hinzuaddierte. Weil sie mir gefielen. Weil sie mir immer noch gefallen. Um die 40€ hätte das ganze gekostet, obwohl ich es mir eigentlich hätte leisten können, habe ich sie nie gekauft, nicht ein einziges dieser Alben. Im Zuge der jetzigen "Eurokrise" sollte man vielleicht annehmen, dass es doch gar nicht so "dumm" wär, jetzt einfach das Geld mit vollen Händen aus dem Fenster zu schmeißen, dieses verdammte Tauschmittel.

Bunte Scheine, meist im schmuddeligen Grün auftretend, weiterzugeben in meist weibliche Hände, durch die an solchen Tagen bereits viel Papier gegangen sein muss. Beringt oder nicht, im Endeffekt haben sie zu 99% ein Namensschild an ihrer uniformähnlichen Betriebskleidung. Manchmal sind es auch rote oder blaue Papiere, in seltenen Fällen rötlich-braune oder gar grüne. Die kalten Kassen sind angefüllt mit dem bunten Grobkonfetti und beim Öffnen und Schließen gibt der Schatz ein Klicken oder Knarzen von sich, das direkt vor dem Bauch der Händlergehilfen entsteht. Sehnsüchtiges Erhaschen des ganzen Farbenspektrums durch einige Augenpaare, obwohl niemand hineingreifen wird, bis auf ein paar mehr oder weniger beringte Finger. Während ich so auf den gefangenen Regenbogen niederschaue und sein langes Blinzeln mich ein wenig anödet, rückt der Rollkäfig für Waren gefährlich nah an meine Hacken heran. Eine alte Dame, schmatzenden Mundes das von Batterien bevölkerte Regal begutachtend, schiebt geistesabwesend ihr Gittermonster neben sich und hinter mir her. Bumm, Bumm Bumm. Mein Puls beschleunigt sich und meine Wut steigt ein wenig. Sie schiebt und sie steigt weiter. Kopfkino: Die Packung Spaghetti nehmen und ihren Schädel damit zu Brei schlagen. Spaghetti Bolognese. In einer Woche lebe ich seit einem Jahr ohne Fleisch.

Lass das Kopfkino bitte sein, bitte, Gewalt ist verachtenswert und verbessert nichts, gar nichts.

Andere Zeit, anderer Ort. Ist es nicht sowieso immer eine andere Zeit? Mein Zimmer ist kalt und meine Hände sind es auch. Ich sollte ins Bett gehen, aber das Koffein regt weiterhin meinen Körper an. Ich muss an sie denken. Und dass ich sie bald wiedersehe.
21.12.11 02:08


Werbung


Papier

Doch wirklich, ich habe noch ein paar Dinge gelesen in der letzten Zeit. Was eigentlich genau? Ist es ein schlechtes Zeichen, wenn einem die Titel nicht mehr einfallen? Ich denke nach. Ständiges Nachdenken, Grübeln über Dinge, während aus den Kopfhörern zwei Schüsse erschallen. "Have you passed through this night? " Die Rollen des plasternen Stuhls quietschen nicht, sondern zerbrechen eher kleinste Körnchen unschuldigen Staubs mit ihrer ebenfalls körnigen Oberfläche. Ich rolle und schaue auf das Regal. Es fällt mir alles wieder ein. Der Dschungel und der Schnee: "Hundert Jahre Einsamkeit" und "Der Zauberberg". Zwei wirklich lesenswerte Bücher, die mich gefesselt haben.

Offenstehen des Mundes, Barthaare, die in meinen Mund hineinwachsen, eine Rolle Tesafilm vor meinen Augen, von der ich eigentlich nicht gedacht hätte, dass ich soetwas jemals für das mehrfache Einpacken von Weihnachtsgeschenken benutzen würde. Ein Anfang ist gemacht und er war schwer zu finden - dieses Abknibbeln mit Lippe-Zunge-Lippe-Ausdruck im Gesicht ist leider verschwendete Zeit. Man sollte das verbessern. Abreißhilfen wie beim Klopapier.

100€ für Geschenke. Und die Masse an Süßigkeiten fehlt auch noch irgendwie. Sie freut sich so sehr über Süßigkeiten und ihre Bescheidenheit lässt mich in den höchsten Höhen schweben, die ich vorher faktisch als nicht existent bezeichnet hätte. Und wenn ich sie in meine Arme schließe, ihr Duft in meine Nase emporschwebt und alles um mich herum hinweggeschwemmt wird, weiß ich wieder, dass dieses gewisse Glück vielleicht doch existiert.

Szenenwechsel: Um mich herum möglicherweise weiße Wände, ein Kopfhörer und zwei Gläser eines großen schwedischen Möbelhauses, wobei beide die Reste billiger Cola in ihren Gründen angedunstet haben. Die Sonne hat es getan, Quelle allen Lebens? Mich nervt dieses kleine bisschen Antriebslosigkeit so sehr, dass ich nicht weiß wie ich dagegen angehen soll oder ob ich einfach wieder ein bisschen Druck brauche, um meine Dinge zu erledigen, die ich eigentlich längst hätte erledigen sollen.

Have you passed... zum zweiten Mal jetzt schon. Ich kann nachts irgendwie nicht entscheiden, ob ich ins Bett gehen möchte oder ob ich morgen einfach beschissener geschlafen haben werde.

Ferien. Ich freue mich. Wirklich.
19.12.11 01:58


 [eine Seite weiter]



Verantwortlich für die Inhalte ist der Autor. Dein kostenloses Blog bei myblog.de! Datenschutzerklärung
Werbung